| Höhenkirchen, 21.5.04. - Vielversprechend
ist der Besucherandrang schon am ersten Ausstellungstag. Kleine und grosse
Modelleisenbahnfreunde umringten die Anlagen und bewunderten die feinen
Details sowie den regen Verkehr.
Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Monitor an der Anlage des BK
1951 Wien, auf dem laufend Bilder aus der Sicht des Lokführers eingeblendet
werden - eine in einen Steuerwagen eingebaute Miniaturkamera macht es möglich.
Bildimpressionen vom ersten Ausstellungstag
können nur Ausschnitte des vielfältigen Angebotes zeigen.
Anmerkung:
Am 2. Ausstellungstag habe ich mich am Rande
der Anlage des BK 1951 Wien aufgestellt und demonstriert, wie man Fahrzeuge
mit Pulverfarben altert. Trotzdem habe ich nebenbei noch einige Fotos geschossen,
diesmal sozusagen aus der Sicht des Ausstellers.
Insgesamt konnten deutlich über 3000 Besucher gezählt werden,
ein schöner Erfolg, insbesondere da die Ausstellung einhellig gelobt
wurde.
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| Während Modellbahnhersteller dem allgemeinen Trend folgend über
mangelnden Zuwachs klagen und das Ansehen der "echten" Eisenbahn zunehmend
schwindet, sind Modellbahnausstellungen nach wie vor Besuchermagnete und
beliebtes Ausflugsziel für Familien. Naheliegend und dem Anlass angemessen
war es daher, auch im Rahmen des Festprogramms zum 100jährigen Jubiläum
der Bahnstrecke Giesing-Aying am 22. und 23. Mai 2004 eine solche Veranstaltung
durchzuführen; dazu stellt die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn
die Mehrzweckhalle an der Bahnhofstrasse für die Freunde der kleinen
Bahn zur Verfügung.
Verantwortlich für die Organisation ist Rudolf Windisch aus Siegertsbrunn,
auch von Beruf Eisenbahner, der bereits vor mehreren Jahren eine ähnliche,
wenn auch flächenmäßig kleinere Veranstaltung im Höhenkirchner
Pfarrheim erfolgreich und mit grossem Besucherandrang abwickelte. Unterstützt
wird Rudolf Windisch von Alfred Rudolf aus Siegertsbrunn und Peter Popp
aus Riemerling, beide ebenfalls passionierte Modellbahner.
Die Planungen für die Ausstellung versprechen ein interessantes
Angebot:
Auf fast 1000 m² werden private und vereinseigene Anlagen aller
Größenordungen zu sehen sein, wobei der Spaß am Hobby
im Vordergrund steht. Aussteller von 3 - 65 Jahre zeigen einen interessanten
Querschnitt durch die Welt von Spiezeug- und Modellbahn. Von der Holzeisenbahn
bis zur Modellbahn in den Spurweiten N (Maßstab 1:160), H0 (1:87)
und LGB-Bahn in 1:22,5 ist alles vertreten, was großen und kleinen
Eisenbahnfans Freude macht.
Mehrere sehenswerte Modulanlagen beeindrucken schon durch ihre
Gleislängen, von denen der Modellbahner mit Hobbykeller nur träumen
kann. Möglich wird dies dadurch, dass sich jeweils zahlreiche Modellbauer
mit eigenen Anlagenteilen genormter Größe und Anschlussstücken
an einer grossen Anlage beteiligen.
Zugesagt haben die N-Bahn-Freunde
München mit einer großen Modulanlage, die alleine schon
etwa 200 m² misst.
Die Module stammen von 15 unterschiedlichen Mitgliedern, die zwar als
Verein organisiert sind, aber bezüglich der Ausgestaltung der Module
freie Hand haben - die Module sind daher recht unterschiedlich. Vom perfekten
Vorbildnachbau eines vollständig ausgestatteten Bahnbetriebswerks
(Lokschuppen, Drehscheibe, Bekohlung usw.), bis zur typischen Modellbahnidylle
ist - auf ziemlich hohem Niveau - alles geboten. Auch oder gerade die
Themen, die nicht nur "bierernst" etwas mit der Eisenbahn zu tun haben,
begeistern den Betrachter: etwa ein Harry-Potter-Haus mit kreisender Hexe,
landende UFOs, echte, sich bewegende Fingerhakler, oder kleine Geschichten
- z. B. von heimkehrenden Schulkindern - die auf einzelnen Modulen liebevoll
in Szene gesetzt sind - also etwas für die ganze Familie.
Die Eisenbahnfreunde München Süd
aus
Otterfing werden neben einer Nordmodul-Anlage, die sich sowohl für
Zweileiter- als auch Mittelleiterbetrieb umschalten lässt, einen Nachbau
des Bahnhofs Otterfing vorführen. Passend zum Anlass wird der Bahnhof
Kreuzstrasse präsentiert, der ja heute Endpunkt der gefeierten Bahnlinie
ist, Vorbild ist dabei die Zeit um 1974, also zu Beginn des S-Bahn-Betriebs.
Die längste Anreise der Teilnehmer hat die Modulanlage des BK1951
Wien. Gezeigt wird eine doppelgleisige Hauptstrecke, welche einen abwechslungsreichen
Fahrbetrieb ermöglicht.
Nachgebaut wurden österreichische Motive: Betriebsausweiche Hutten,
Bahnhof Zell am See, Museumsheizhaus Strasshof sowie ein Abstellbahnhof
und Streckenmodule.
Der Modelleisenbahnclub
der Stadtwerke München steuert seine H0-Modulanlage mit ca. 41
Metern Fahrstrecke bei. Thema der Anlage ist eine eingleisige Hauptbahn
im süddeutschen/österreichischen Raum, gesteuert wird die Zweileiter-Gleichstromanlage
im digitalen DCC-Format, die Steuerung der Weichen erfolgt über konventionelle
Gleisbildstellpulte. Die Straßenbahnanlage ist nach Münchener
Vorbildern im Zeitraum von 1950 bis 1960 gestaltet, die verkehrenden
Züge sind passend dazu teilweise im Eigenbau entstanden.
Für Modellbahnfans wird es sicher auch genügend Gelegenheit
zum Fachsimpeln geben - die Aussteller sind gerne bereit, Fragen der Besucher
zu beantworten und praktische Tipps für die eigene Anlage zu geben.
Die Firma Märklin wird ebenfalls
eine Ausstellungsanlage zur Verfügung stellen.
Sonderstempel für Briefmarkensammler
Nicht zuletzt sei darauf hingewiesen, dass der Besuch der Halle für
auch für Briefmarkenfreunde Pflicht ist; dort wird nämlich der
Sonderstempel "100 Jahre Bahnlinie Giesing-Aying" erhältlich sein.
Ausserdem wollen auf der Galerie der Mehrzweckhalle die Draisinenfreunde
Garmisch verschiedene Ausstellungsstücke präsentieren, eine Bastelecke
für Kinder und eine Tombola präsentieren, von deren Erlös
auch ein Teil dem Siegertsbrunner Gemeindekindergarten zugute kommen soll. |